Frau W.'s Bericht aus Zürich

Das Leben ist gut. Sagt Frau W. – und schreibt.


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Frau W. fährt Zug

München – Zürich. Ich sitze im Zug. Das ist selten, kommt aber vor.  Viereinhalb lange Stunden liegen vor mir.  Da wir das Seminar in München früher als geplant abgeschlossen haben, befinde ich mich früher auf dem Rückweg und habe keinen reservierten Sitzplatz. Macht nichts, ist sicher kein Problem am Mittag. Weit gefehlt. Der Zug quillt über.

Ich durchstreife Wagen um Wagen und treffe fast nur auf reservierte oder besetzte Sitzplätze. Fast am Zugsende sitzt ein Mann alleine in einem Viererabteil. Ob hier noch frei ist, frage ich ihn. Ja, meint er, wenn mir der Hund nichts ausmache. Hund? Tatsächlich beäugt mich nun ein grosser Hund, der unter dem Tisch liegt. Kein Problem, meine ich leicht geqäult lächelnd und versuche, ohne Kollisionen auf meinen Platz zu rutschen und meine Beine irgendwie neben dem Hund unterzubringen. Es fehlt ganz einfach an besseren Optionen. Wenn ich jedoch in dieser Sitzhaltung bis Zürich fahren muss, fallen mir die Beine ab – davon bin ich überzeugt.

Hinter mir kreischt ein auf den Polstersitzen hüpfendes Kind. Rechts von mir sitzen zwei japanische Touristinnen, welche sich sehr laut und sehr schnell unterhalten.

Der Hund zu meinen Füssen himmelt mich an. OK, ich esse ein Sandwich aber er mag mich bestimmt auch sonst – oder?

Das Kind im Abteil hinter mir schaut mir über die Sitzlehne direkt auf den Bildschirm. Und beobachtet im Wechsel den Hund. Dabei gibt es seltsame Laute von sich, die mich zu einem meiner berühmten Killerblicke veranlassen. Richtung Kind. Nicht Richtung Bildschirm. Und nicht Richtung Hund. Das Kind zeigt sich gänzlich unbeeindruckt.

In der Zwischenzeit ist ein freundlicher Zugbegleiter bei uns angekommen und kontrolliert die Tickets.

Der Familie mit dem Lärm-und-Glotz-Kind wird erklärt, dass sie nur ein Ticket für die zweite Klasse haben und bitte wechseln sollen. Innerlich juble ich ein bisschen. Äusserlich bleibe ich cool. Man soll sich nicht über des anderen Leid freuen.

Inzwischen werden Zeitungen verteilt. Das kennen wir in der Schweiz nicht. Ich stelle fest, dass die Papierausgabe der Sueddeutschen Zeitung Ausmasse einer Picknickdecke hat. Sehr praktisch zu lesen im Zug. Wirklich.

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Wir fahren weg von München und die Handyverbindung und damit mein Hotspot sterben langsam.  Ich kann total wichtige Kommentare auf Facebook nicht mehr kommentieren.

Es geht übers Land. Wiesen. Felder. Wälder. Schön.

Ich fahre übrigens rückwärts. Wird mir schlecht? Ich weiss es nicht. Ich vermute nein.

Die beiden japanischen Touristinnen klammern sich an ihre grossen Koffer, die im Durchgang stehen. Meine Damen, wenn die Minibar (ein kleiner Wagen mit überteuerten Snacks und Getränken. Anm. der Red.) nicht durchkommt und ich keinen Kaffee bekomme dann rauschts aber. Ey.

Der Hund liegt jetzt auf meinen Füssen. Das gibt schön warm und das ist gut so. Denn die Klimaanlage kühlt obwohl sie rein subjektiv betrachtet gar nicht kühlen sollte.

Die Fahrt dauert noch vier Stunden.

Kann man sich auf iTunes eigentlich einen gemieteten Film anschauen ohne Internet-Verbindung? Das gehört bestimmt zu den tausend Dingen, die man wissen sollte. Ist doch peinlich, wenn ich es versuche und es geht gar nicht. Wobei mir das Kind ja nicht mehr in den Bildschirm glotzt.

Der Hund lehnt sich inzwischen sitzend an meine Beine. Wir sind jetzt Freunde. Der Hund ist eigentlich eine Hündin und heisst Lea. Gestern litt sie unter Durchfall und Erbrechen. Da ist eine reizende Information, welche mich entspannt dasitzen lässt. Immerhin, sie hat Spritzen erhalten. Ob das bei einem Virus hilft? Virus? Ich atme nun etwas flacher.

Der Hundebesitzer ist tendenziell ü60 und tippt auf einem weissen iPhone. Dabei grinst er. Ich bin der Meinung, dass er ein schwarzes iPhone besitzen sollte. Typgerechte iPhones finde ich ja total wichtig.

Ich würde jetzt gerne meine Beine ausstrecken. Doch Lea wird das nicht gefallen. Dann kotzt sie mir auf meine Adidas und ich auf den Hund und der Hundebesitzer auf den Nebensitz und die beiden japanischen Touristinen sich gegenseitig…. ihr kennt das.

Die Fahrt dauert noch drei Stunden.

Die japanischen Touristinnen schiessen gegenseitig Polaroid-Fotos. Ja, Polaroid. Und wie wir früher wedeln sie das Foto durch die Luft in der Hoffnung, dass das Bild schneller sichtbar wird. Ich kichere.

Wir fahren über ein riesiges Feld. Mitten im Feld steht ein grosser Baum. Ich frage ich, wie es dem wohl geht, so alleine auf dem grossen Feld. Sind Bäume nicht Rudelpflanzen? Vermutlich geht es ihm gut, sonst würde er ja nicht mehr dastehen.

Hey, Zugfahren ist inspirierend. Ich denke über Bäume nach, freue mich über einen Hund auf meinen Füssen und lerne japanisch.

Die Fahrt dauert noch zweieinhalb Stunden.

Lea hat gepupst. Ein trauriger Moment. Der Hundebesitzer grinst entschuldigend und rümpft die Nase. Ich auch. Und wie.

Der Zug hält mitten auf der Strecke. Dies ist ein ausserplanmässiger Halt, so die Information. Bitte verlassen sie den Zug nicht. Ich würde aber nichts lieber als das tun.

In der Sueddeutschen lese ich einen Artikel über den Tierpark Hagenbeck in Hamburg. Und über die RAF-Ausstellung in Stuttgart. Ich ziehe unaufgefordert Parallelen.

Der Hundebesitzer muss aufs Klo und redet auf Lea ein. Platz und Bleib. Lea guckt misstrauisch. Ich auch. Der Mann läuft den Gang runter und Lea ihm nach. Nach ungefähr einem Meter hält sie an. Unfreiwillig. Die Hundeleine stoppt sie. Ich wusste es. Nun nutzt sie die Gelegenheit und schüttelt sich ausgiebig. Die beiden japanischen Touristinnen drücken sich ängstlich in ihre Sitze. Ihhh, Hundehaare. Ob sie Atemschutzmasken zücken werden?

Die Fahrt dauert noch zwei Stunden.

Ich will nicht mehr sitzen und ich will nicht mehr in diesem Zug sein. Ich habe den Zugkoller. Nach zweieinhalb Stunden. Hängt mir ein Anfänger-Schild um. Mir doch egal.

Ein Blick auf das Handy zeigt, dass wir  immer noch die empfangslose Einöde durchfahren.

Wiesen. Felder. Wälder.

Seufz.

Ah. Lindau. Die heile Welt am Bodensee. Wie schon bei der Hinfahrt stehen hier jede Menge Rentner und Fahrradfahrer am See. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Am Bahnhof in Lindau wechselt die Lok und der Zug seine Fahrtrichtung. Männer jeglichen Alters strömen nach vorne und schauen dem Lok-Andockmanöver interessiert zu. Sie fotografieren diesen unglaublich spannenden Vorgang sogar. Direkt vor meinem Fenster. Ah, da ist sogar ein junger Mann mit einer Videokamera. Hey Baby, möchtest du meine Lokandockfilme sehen?

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Und damit es nicht langweillig wird, hat Lea schon wieder gepupst. Dabei habe sie ja einen leeren Magen, sagt der Hundebesitzer. Ich bin besorgt.

Ich fahre nun vorwärts und wir sind quasi aufgestiegen. Vom Zugsende zum Zugsanfang. Ich könnte das thematisch jetzt aufgreifen und eine Brücke ins Geschäftsleben schlagen, tu ich aber nicht.

Wir fahren am See entlang und die japanischen Touristinnen fotografieren ihn. Auch auf meiner Seite. In ihrer Heimat werden sie dann wohl gefragt, was das für eine seltsame Frau ist, die da nicht aus dem Zugsfenster schaut sondern wie wild auf ihrer Tastatur rumtippt. Keine Ahnung, werden sie sagen, aber die hat dauernd gepupst. So schnell wird man falsch verdächtigt.

Wo ist eigentlich die Minibar? Wir sind doch nun wieder in der Schweiz. Ich will einen Kaffee. Jetzt. Hall0?

Die japanischen Touristinnen fotografieren den Bodensee. Schon wieder. Mehrmals. Ich kann das ja verstehen. Ist ja auch schön, ein grauer See mit riesigen Haufen von Schwemmholz am Ufer und grauem Himmel im Hintergrund.

Der Hundebesitzer seufzt. Nicht wegen der japanischen Touristinnen. Sondern wegen dem langsamen Zug. Wir haben nämlich schon wieder angehalten, mitten auf der Strecke. Das sei seine schlimmste Zugfahrt, die er bis jetzt von München nach Zürich erlebt habe. Meine auch, auch wenn es meine erste ist.

Ha! Wir sind gar noch nicht in der Schweiz. Bregenz. Fragt nicht. Ich war in Geografie nie schlecht. Aber ich kenne das hier nur vom Auto aus.

Aber jetzt. Schweiz! Hurra.

Noch eine Stunde.

Soweit die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht: Es gibt keine Minibar.

Ich überlasse mein Gepäck den Augen des Hundebesitzers und kämpfe mich durch volle Wagen mit sehr lustigen Leuten bis zum Speisewagen vor. Verkneift euch eure Sprüche. Ich bin nicht betrunken, ich wiederhole – ich bin nicht betrunken. Ich bin es bloss nicht gewohnt, im fahrenden Zug gerade zu laufen. Ey.

Kaffee! Nach vier Stunden. Köstlich. Sogar Zug-Kaffee. Einfach nur köstlich.

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Die Japanerinnen ziehen schon mal ihre Jacken an. Wir sind jetzt in Wil und quasi schon fast in Zürich. Immer gut, wenn man genug früh bereit ist.

Lea liegt matt am Boden. Ich würde mich am liebsten dazulegen.

So. Winterthur. Ich spüre die Heimat näherkommen.

Bald schon sind wir in Zürich und ich verlasse die wenigen Quadratmeter, die mich die letzten viereinhalb Stunden beherbergt haben.Der Hundebesitzer, Lea und ich verabschieden uns herzlich. Immerhin.

Vergessen werde ich diese Reise nicht. Wiederholen aber auch nicht.


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Iron Blogger

Dritter Tag an der re:publica 13 in Berlin. Im Tagesprogramm stolperte ich über eine Session mit dem Titel “Blogs und Bier, das lob ich mir” Dabei stach mir neben der Grundaussage (mehr bloggen) besonders folgender Satz ins Auge: “Die Iron Blogger verkörpern sozusagen das Motto der #rp13: IN/SIDE/OUT: Wir schreiben und vernetzen uns online, um dann offline miteinander zu trinken.”

Iron Blogger haben es sich zum Ziel gesetzt, mindestens einmal pro Woche einen Blogpost zu schreiben. Den eigenen Blog am Leben zu erhalten – ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwierig das ist. Vor einigen Jahren habe ich ihn ursprünglich ins Leben gerufen, um frisch ausgewanderten oder sich auf Reisen befindenden Freunden aus ihrer Heimat zu berichten. Darum “Bericht aus Zürich”. Inzwischen sind alle diese Freunde wieder zurück in der Schweiz und mein Blog schläft langsam aber sicher ein. Wie verlockend ist es doch, nur mal eben ein paar Tweets loszulassen. 140 Zeichen. Reduce to the max. Tweet weg. Nächstes Thema. Einen Blogpost zu schreiben ist aufwändiger und braucht Zeit. Zeit, die ich mir augenscheinlich nicht nehme. Prioritäten setzt man schlussendlich selber, da mache ich mir nichts vor.

Zurück zur re:publica. Magisch angezogen fand ich mich zur gegebenen Zeit am Ort des Geschehens wieder. Gleich zu Beginn wurde Bier verteilt. Und dann wurde erklärt, wer die Iron Blogger sind und was sie tun. Verschiedene Gruppen aus ganz Deutschland stellten sich vor und sprachen über ihre ersten Erfahrungen. Wie schon so oft an der re:publica zog mich das Thema in den Bann. Da waren erneut Menschen, die mir aus dem  Herzen sprachen. Ja, ich verstehe euch. Ja, ich will auch mehr bloggen. Ja, ich trinke auch gerne Bier. Und ja – ich liebe den Wechsel zwischen der on- und offline-Welt auch. Und ich dachte mir, hey – das sollte es in der Schweiz auch geben. Später, draussen im Hof (beim Bier…) plauderte ich dann mit einigen Ironbloggern, fand in @sunnechind eine Mitbegeisterte und erfuhr schlussendlich von @hofrat , dass sich da in der Schweiz bereits etwas tut. Gut!

Nach Berlin verschlang mich das Alltagsleben wieder und mein Blog döste weiter vor sich hin. Dann riss mich Anfangs Juni ein Tweet mit Link auf den Blogpost von @hofrat aus dem Blogschlaf…

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Gelesen. Begeistert. Auch wollen. Und gleich die Website der Iron Blogger checken. Und gleich den Ironbloggern auf Twitter folgen. Und gleich den Termin für den “Start der Ironblogger Schweiz” eintragen.

In gut einer halben Stunde geht’s in Zürich los. Ich freue mich darauf. Wieviel Geld ich in die Bierkasse schwemmen werde – ich weiss es nicht. Wir werden es sehen…

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Cupcakes links liegenlassen

Nein, die Frau W. hatte nicht nur eine Phase und lässt die Cupcakes nun wieder links liegen. Was sie liegen lässt, sind Kilos. Und da sich das liegenlassen von Kilos so gar nicht mit der Produktion von Cupcakes verträgt, pausiert die Produktion dieser süssen und bunten Köstlichkeiten. So einfach ist das.

Ein wenig Wehmut schwingt allerdings mit, denn Cupcakes zu backen und zu dekorieren ist eine feine Sache. Und so kann ich es doch nicht ganz sein lassen und manchmal überkommt es mich. Dann stöbere ich in meinen Cupcake-Büchern und all dem tollen Zubehör und freue mich darauf, die Sachen bald wieder einmal zu verwenden!

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Fünf Wochen!

Diesen Sommer erwarten mich ganze fünf Ferienwochen. So lange Ferien am Stück hatte ich schon seit der Schulzeit nicht mehr. Viele Ideen kamen und gingen wieder. Sprachurlaub in Vancouver. Rucksacktour durch Schweden. Cottage-Urlaub in Irland. Auf einer Alp ein Buch schreiben. Velotour an der Ostseeküste. Ich und ich. Suchen und finden.

Bald schon stand fest, dass ich in dieser Zeit zwar einen Rahmen aber keine fixe Struktur will. Struktur habe ich hier tagtäglich. Innerhalb dieser fünf Wochen möchte ich das tun, worauf ich Lust habe. Spontan sein. Dieser Begriff ist durchaus dehnbar – spontan kann auch eine Planung ein paar Tage im Voraus bedeuten. Also fällt ein Sprachurlaub schon mal weg. Ich will aufstehen und ins Bett gehen, wann ich will und nicht, wann ich soll. Ich will aktiv oder faul sein, wie es mir beliebt. Ich will je nach Befinden alleine sein oder Menschen treffen. Diese fünf Wochen sind für mich.  Und doch, so ganz planlos geht es nicht – das entspricht mir nicht, dazu kenne ich mich zu gut. Auf die richtige Mischung kommt es an. Ein Anfang soll her. Und ein Rahmen.

Zwei Ideen kommen immer wieder zu mir zurück:

a) Wandern von A nach B. Mein Rucksack und ich. Eine der nationalen Wanderrouten – zum Beispiel den Jakobsweg Graubünden von Müstair nach Amsteg (eher wandern, nicht pilgern). Oder den Spuren meines Lebens entlang – von Basel via Zürich in meine zweite Heimat die Lenzerheide.  Egal, einfach wandern. Von links nach rechts. Von oben nach unten. Wandern. Laufen. Suchen. Finden. Ankommen.

b) Velo fahren von A nach B. Mein Bike und ich. Eine der nationalen Velorouten – zum Beispiel die Rhein-Route von Andermatt nach Basel. Oder eine Veloreise kreuz und quer durch die Schweiz. Egal, einfach velofahren. Von links nach rechts. Von oben nach unten. Velo fahren. Strampeln. Suchen. Finden. Ankommen.

Ich habe mich also erst einmal entschieden, in der Schweiz zu bleiben.  Denn das, wonach ich suche, finde ich auch in der Schweiz. Oder besser gesagt in mir. Nur in mir. Nicht, dass es wahnsinnig viel zu suchen gäbe.  Aber genug viel, damit es sich zu finden lohnt. Wie auch immer, die fünf Wochen kommen zu einem guten Zeitpunkt.

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Aktuell gefällt mir die Idee mit der Veloreise sehr gut. Aber so eine normale, vorgegebene Veloreise wäre ja langweilig. Ich fahre also einfach mal los und plane die Route nur sehr lose (zum Beispiel von Chur via Luzern, Interlaken, Bern und Aarau nach Basel). Was das Rad und ich halt so hergeben. Vielleicht bleibe ich auch einmal ein, zwei Tage an einem Ort oder fahre ab und an ein Stück mit der Bahn oder dem Schiff. Vielleicht bin ich zwei Wochen unterwegs, vielleicht auch drei, vier oder fünf. Übernachten werde ich in Hotels. Egal ob gross oder klein – velofreundlich müssen die sein und W-Lan sollten sie haben… Das Ding heisst dann Tweloreise oder so ähnlich. Tweloreise darum, weil ich bestimmt auf Twitter darüber berichten werde. Und auch weil ich vorhabe, einige Twitter-Gspändli (und weitere Bekannte und Freunde) geografisch anzufahren. Dort bekomme ich dann neben netten Gesprächen bestimmt auch einen Kaffee. Oder ein Käsebrot. Verbinden könnte ich es zudem mit den TwiNas. Nicht, dass ich mit einer blauen Nase durch die Schweiz fahren würde (das ist schon atemtechnisch keine Option) aber bei den TwiNas kann man ja auf freiwilliger Basis Geld für die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe spenden. Und das könnte ich irgendwie verbinden. Mir gefällt diese Idee.

Die Wochen ziehen ins Land und es fühlt sich gut an, eine Idee aber noch keinen fixen Plan zu haben. Vielleicht steige ich dann ja auch einfach mit meinem Rucksack in den Zug oder nehme den fünften Flug auf der Abflugtafel. Oder es packt mich in ein paar Wochen und ich plane alles total durch. Wir werden sehen…

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TwiNas-Status: Aktiv

Und nun ist er da, der Zeitungsartikel über die TwiNas (der Name TwiNas besteht aus Twitter als Herkunft der Gruppe und Nasen mit Hinweis auf die blauen Schaumgumminasen). Auf Initiative von @angk500 begleitete uns @pingpongtweet beim Twitternasentreffen vom 2. Februar.  Der Artikel schildert das Treffen und die Beweggründe der TwiNas sehr schön – danke dafür!

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Aus rechtlichen Gründen kann hier nur ein Foto und kein PDF des Artikels abgebildet werden. Den Artikel, bzw. die Ausgabe von der http://www.suedostschweiz.ch vom 31.3.1013 (Ausgabe See Gaster) kann man hier für 2 Franken herunterladen (der Artikel befindet sich auf Seite 43).

Und wer es immer noch nicht glaubt: Es geht wirklich nur darum, den Menschen ein Lächeln zu schenken und ihnen im Optimalfall auch ein Lächeln zu entlocken. Auf freiwilliger Basis kann man inzwischen auch eine Spende für die Stiftung Kinderhilfe Sternschnuppe beitragen, um das Lächeln sinnvoll zu verlängern. Der TwiNas-Mitbegründer @mike_flam ist bei der Sternschnuppe Wunschbegleiter und erlebt immer wieder, wie wertvoll die Arbei der Sternschnuppe und entsprechend wichtig die Spenden sind. Man kann aber auch ohne Spende an den TwiNas-Treffen teilnehmen.

Am TwiNas Portrait-Nachmittag vom 23. März 2013 kamen denn auch 150 Franken für die Sternschnuppe zusammen. An diesem Nachmittag konnte man sich im Atelier von @mike_flam mit und ohne blaue Nase ablichten lassen. Die Ergebnisse sind auf der Website www.mikeflam.ch zu finden (übrigens ein toller Fotograf). Es war ein schöner Nachmittag, bei viel Kaffee und Kuchen (später auch Käsebrot und Bier) und erneut tollen Begegnungen. Auch Sandra Colombo (Co-Geschäftsleiterin der Sternschnuppe) war zu Besuch und testete den Tragekomfort der blauen Schaumgumminase.

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Das nächste TwiNas-Treffen steht bereits vor der Türe. Am Samstag, 6. April 2013 treffen wir uns um 14 Uhr bei der VBZ-Ticketeria auf dem Paradeplatz. Anmelden kann man sich über Facebook , per Tweet an @twn_zh oder per Mail an info@frau-w.ch . Und im Verlaufe von April/Mai gibt es dann die eigene Website www.twinas.ch – Update folgt.

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TwiNas-Treffen Februar 2013

“Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.”

Bereits zum dritten Mal sind die Twitternasen zusammen gekommen, um den Mitmenschen ein Lächeln in ihr Gesicht zu zaubern. Von der Frisch- und Schnuppernase bis hin zur Twitternase erster Stunde fanden sich am Samstag, 2. Februar 2013 junge und junggebliebene Menschen für ein gemeinsames positives Erlebnis auf dem Paradeplatz in Zürich ein. Zu Fuss und mit dem Tram zogen die Twitternasen ihre Runde durch die Stadt, besuchten eine Apotheke und eine Buchhandlung, kamen am See mit Touristen ins Gespräch, verschenkten blaue Schaumgumminasen an Kinder und Erwachsene und liessen das Treffen im Twitternasen-Stammlokal (der BarBasso beim City-Hallenbad) beim gemütlichen Austausch ausklingen.

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Was braucht es eigentlich, um mitten in der Stadt eine blaue Schaumgumminase aufzusetzen und zwei Stunden durch Zürich zu streifen? Was sind das für Leute? Was soll das? Ist das nicht ein bisschen lächerlich? Was steckt dahinter? Schön peinlich, als Erwachsener so eine Nase aufzusetzen. Wo ist der Haken? So und ähnlich reagieren viele Leute im Umfeld, wenn sie von den Twitternasen hören oder lesen. Dabei ist es so einfach. Denn es geht nur um ein Lächeln. Es gibt weder eine zu erfüllende Erwartungshaltung, noch verpflichtet man sich zu etwas. Es gibt keine Ziele zu erreichen und die Reaktionen werden weder gezählt noch bewertet. Mag sein, dass die Einfachheit der Sache so manchen Zeitgenossen überfordert.

Ich trage meine blaue Schaumgumminase jeweils mit Stolz und nein, es ist mir nicht peinlich. Sie fällt in dem ganzen Gewirr des samstäglichen Stadtlebens auf und bindet die Aufmerksamkeit der Menschen für einen kurzen Moment. Sie legitimiert auf eine gute Art und Weise, einem fremden Menschen länger als einen Sekundenbruchteil in die Augen zu sehen, ihn anzulächeln und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Um ihm am Ende gar eine blaue Nase zu schenken, die er sogleich mit einem breitem Lächeln aufsetzt.

Echte Lächeln können nicht erzwungen werden, denn sie kommen direkt aus dem Herzen.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass diese einfache blaue Schaumgumminase Schranken abbaut und den Weg zu einem Lächeln ebnet. Wie oft hetzt man durch die Stadt, achtet sich nicht auf die Mitmenschen und lächelt schon gar niemanden an. Wie oft ist man misstrauisch, wenn ein fremder Mensch auf einem zugeht. Wenn eine einfache blaue Schaumgumminase hilft, damit die Menschen kurz inne halten und sich dem Wohltuenden eines einfachen Lächelns bewusst werden – was soll daran dann bitte seltsam sein? Wenn es an diesen Nachmittagen Menschen gibt, denen das Lächeln und der unverbindliche Kontakt gut getan hat, dann bin ich mehr als zufrieden.

Wer Lust hat, dieses Erlebnis zu teilen kommt einfach an das nächste Treffen und überzeugt sich selber. Es findet am Samstag, 6. April statt. Bitte meldet euch aber an, damit wir genug Schaumgumminasen dabei haben: Über die Facebook-Gruppe Twitternasen über Twitter @twn_zh oder per E-Mail an info at frau-w.ch.

Wundervolle Fotos vom Februar-Treffen gibt es übrigens bei Mike Flam und einen tollen Blogbeitrag bei Dietmar Bachmann. Und bald schon soll auch ein Zeitungsartikel erscheinen – wir freuen uns darauf und berichten bestimmt darüber.